Kategorie: IT

  • Nur achtundvierzig Stunden – oder als die „Cloud“ noch 7,5 Tonnen wog…

    Nur achtundvierzig Stunden – oder als die „Cloud“ noch 7,5 Tonnen wog…

    Ein Rückblick auf ein wegweisendes Projekt der CCF AG: Im Mai 2004 realisierten wir für unseren langjährigen Partner, die Schenker AG, eine der kritischsten Infrastruktur-Maßnahmen der Unternehmensgeschichte. Ziel war die vollständige Migration des globalen Rechenzentrums – eine Operation am „offenen Herzen“ der weltweiten Logistik.

    Die Ausgangslage: Maximale Komplexität unter Zeitdruck

    Die digitale Infrastruktur der Schenker-Logistik am Standort Kelsterbach bildete bereits damals das Rückgrat für globale Warenströme. Die Herausforderung bestand darin, über 100 hochkomplexe Sun-Systeme auf Basis von Solaris sowie alle unternehmenskritischen Anwendungen in ein 25 Kilometer entferntes, hochmodernes Rechenzentrum nach Frankfurt am Main zu überführen.

    In der Logistikbranche ist Zeit die kritischste Ressource. Ein längerer Stillstand der Systeme hätte unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette gehabt – von Lkw-Dispositionen bis hin zur weltweiten Container-Schifffahrt. Entsprechend eng war das Zeitfenster kalkuliert: Der Abbau war für Freitagabend terminiert, die vollständige Wiederaufnahme des Betriebs für Sonntagmittag vorgesehen.

    Unsere Strategie: Risikominimierung durch Präzisionslogistik

    Um eine hundertprozentige Ausfallsicherheit zu garantieren, entwickelte die CCF AG ein Sicherheitskonzept, das weit über marktübliche Standards hinausging:

    • Redundante Transportwege: Die Hardware wurde auf zwei 7,5-Tonner aufgeteilt, die das Ziel über unterschiedliche Routen anfuhren, um Verkehrsrisiken proaktiv auszuschließen.
    • Back-up-Infrastruktur: Ein drittes Begleitfahrzeug führte permanent Ersatzteile sowie physische Kopien sämtlicher Festplatten mit, um auf jedes erdenkliche Szenario vorbereitet zu sein.
    • Akribische Dokumentation: Jede Komponente und jedes einzelne Kabel wurde im Vorfeld exakt kodiert und beschriftet, was eine fehlerfreie Rekonstruktion der Systemlandschaft in Rekordzeit ermöglichte.

    Das Ergebnis: Projektabschluss weit vor dem Zeitplan

    Was wie das Drehbuch eines Agentenfilms anmutet, war in der Realität das Ergebnis exzellenter Vorbereitung und einer nahtlosen Zusammenarbeit zwischen den Teams der Schenker AG und der CCF AG.

    Durch diese methodische Vorgehensweise konnten die Systeme bereits am Samstagmittag – und damit volle 24 Stunden vor dem geplanten Zieltermin – wieder in den Produktivbetrieb gehen. Dieser Erfolg unterstrich nicht nur die technische Kompetenz der CCF AG, sondern setzte auch neue Maßstäbe für die Durchführung kritischer IT-Migrationen im Enterprise-Sektor.