Kategorie: IT

  • Tech-Nostalgie pur: Als 512 MB RAM und 660 Euro die Server-Welt auf den Kopf stellten

    Tech-Nostalgie pur: Als 512 MB RAM und 660 Euro die Server-Welt auf den Kopf stellten

    Reisen wir gemeinsam zurück in den Oktober 2005. Das Web 2.0 steckte in den Kinderschuhen, und in den Serverräumen dieser Welt passierte etwas Bahnbrechendes. Sun Microsystems brachte mit der Galaxy-Reihe einen Server auf den Markt, der heute echte Retro-Gefühle weckt: den Sun X2100.

    Ein Hochleistungsrechner für den „Schrank“ Damals war das Ziel von Sun-Mitgründer Andreas von Bechtolsheim klar: Hochleistungsrechner sollten aus Standardbauteilen gefertigt werden. Die kompakte X2100 Maschine brachte absolute Spitzenleistung durch AMD Opteron-Prozessoren mit. Doch das eigentliche Highlight war das Preisschild: Für schlappe 660 Euro bekam man die Grundausstattung mit einem Prozessor und stolzen 512 Megabyte Arbeitsspeicher.

    Um das ins Verhältnis zu setzen: Der gesamte Rechner war damit günstiger als die Lizenz für das Betriebssystem Windows Server 2003!

    Tschüss Service-Techniker, hallo „Hot-Swap“ Diese Preisgestaltung eröffnete damals völlig neue Möglichkeiten in der IT-Wartung. Statt bei einem Hardware-Ausfall auf den Service-Techniker zu warten, empfahl beispielsweise Dirk Bönning von der CCF AG eine pragmatische Lösung: Man stellte sich einfach ein oder zwei Reserve-Maschinen in den Schrank. Fiel ein Rechner in der Farm aus, wurde er komplett ausgetauscht – und das System lief weiter. Neue Kapazitäten konnten dem Cluster sogar im laufenden Betrieb einfach hinzugefügt werden.

    Multikulti im Server-Rack Auch bei der Software war man damals schon erstaunlich offen. Auf der Sun-Hardware lief nicht nur das hauseigene Solaris 10, sondern man präsentierte sich flexibel mit Zertifizierungen für Red Hat, SUSE-Linux und eben Windows Server 2003. Ob als Basis für Citrix-Lösungen, Sun Ray Thin Clients oder als „Number Cruncher“ in frühen Grid-Computing-Szenarien – die kleine Galaxy-Maschine war ein echtes Arbeitstier.

    Wenn wir heute auf Terabyte-große Arbeitsspeicher und Cloud-Infrastrukturen blicken, tut es gut, sich an diese Pionierzeiten der skalierbaren Hardware zu erinnern. 512 Megabyte für 660 Euro – eine echte Zeitkapsel der IT-Geschichte!

  • Nur achtundvierzig Stunden – oder als die „Cloud“ noch 7,5 Tonnen wog…

    Nur achtundvierzig Stunden – oder als die „Cloud“ noch 7,5 Tonnen wog…

    Ein Rückblick auf ein wegweisendes Projekt der CCF AG: Im Mai 2004 realisierten wir für unseren langjährigen Partner, die Schenker AG, eine der kritischsten Infrastruktur-Maßnahmen der Unternehmensgeschichte. Ziel war die vollständige Migration des globalen Rechenzentrums – eine Operation am „offenen Herzen“ der weltweiten Logistik.

    Die Ausgangslage: Maximale Komplexität unter Zeitdruck

    Die digitale Infrastruktur der Schenker-Logistik am Standort Kelsterbach bildete bereits damals das Rückgrat für globale Warenströme. Die Herausforderung bestand darin, über 100 hochkomplexe Sun-Systeme auf Basis von Solaris sowie alle unternehmenskritischen Anwendungen in ein 25 Kilometer entferntes, hochmodernes Rechenzentrum nach Frankfurt am Main zu überführen.

    In der Logistikbranche ist Zeit die kritischste Ressource. Ein längerer Stillstand der Systeme hätte unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette gehabt – von Lkw-Dispositionen bis hin zur weltweiten Container-Schifffahrt. Entsprechend eng war das Zeitfenster kalkuliert: Der Abbau war für Freitagabend terminiert, die vollständige Wiederaufnahme des Betriebs für Sonntagmittag vorgesehen.

    Unsere Strategie: Risikominimierung durch Präzisionslogistik

    Um eine hundertprozentige Ausfallsicherheit zu garantieren, entwickelte die CCF AG ein Sicherheitskonzept, das weit über marktübliche Standards hinausging:

    • Redundante Transportwege: Die Hardware wurde auf zwei 7,5-Tonner aufgeteilt, die das Ziel über unterschiedliche Routen anfuhren, um Verkehrsrisiken proaktiv auszuschließen.
    • Back-up-Infrastruktur: Ein drittes Begleitfahrzeug führte permanent Ersatzteile sowie physische Kopien sämtlicher Festplatten mit, um auf jedes erdenkliche Szenario vorbereitet zu sein.
    • Akribische Dokumentation: Jede Komponente und jedes einzelne Kabel wurde im Vorfeld exakt kodiert und beschriftet, was eine fehlerfreie Rekonstruktion der Systemlandschaft in Rekordzeit ermöglichte.

    Das Ergebnis: Projektabschluss weit vor dem Zeitplan

    Was wie das Drehbuch eines Agentenfilms anmutet, war in der Realität das Ergebnis exzellenter Vorbereitung und einer nahtlosen Zusammenarbeit zwischen den Teams der Schenker AG und der CCF AG.

    Durch diese methodische Vorgehensweise konnten die Systeme bereits am Samstagmittag – und damit volle 24 Stunden vor dem geplanten Zieltermin – wieder in den Produktivbetrieb gehen. Dieser Erfolg unterstrich nicht nur die technische Kompetenz der CCF AG, sondern setzte auch neue Maßstäbe für die Durchführung kritischer IT-Migrationen im Enterprise-Sektor.